Medien "Tschussowaja" Suite

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world premiere 21.10. 2016 Baden-Baden, Weinbrennersaal
live-recorded by DLR & SWR

.. im Sommer vor zweieinhalb Jahren war ich zu einer vegan-spirituell-musikalischen Raftingtour auf der Tschussowaja mitgenommen worden. Nach einem Tag stillen Dahintreibens auf dem Floss durch wilde schöne Waldlandschaft im Ural habe ich regelrecht Visionen bekommen. Ich habe gesehen, wie die Menschen in Mitteleuropa wie Spinnen emsig und eifersüchtig kreuz und quer im Zeit-/Raumkontinuum ihre klebrigen Fäden aus Verordnungen, Ge- und Verboten spinnen, schlechtgelaunt darauf achten, dass kein anderer irgendwo sich einen Vorteil herausschlägt, ein böses Gewimmel neidischer Wesenheiten ohne Gnade und Liebe…… und gleichzeitig genau diese Wesenheiten auch voller Angst und Trauer als Seelenschmetterlinge jämmerlich in diesem selbergesponnenen Schreckensnetz klebend, ihre Lebensenergie verzappeln und keinerlei Hoffnung auf Entrinnen mehr haben.
Weiterhin habe ich den Zahlen 13 und 61 die Ehre gegeben, in Tempobezeichnungen und und Melodien. Im ersten Satz steht in den Noten, ohne dass es gehört wird, ein Zitat von Jean Paul: "wer seine Augen nicht braucht, um zu sehen, wird mit ihnen weinen"
„Tschussowaja“

Suite für Solo-Tuba, Klavier/Celesta, live-Elektronik und Orchester

vier Abschnitte, bzw. Sätze, ohne Unterbrechung

plus:
freundlicher Beginn, die Tuba repräsentiert den naiven, freundlichen Menschen, kurz vor Ende dieses Teils steht in der Partitur, unhörbar, jedoch vorhanden, der Satz von Jean Paul:
„wer seine Augen nicht braucht, um zu seh´n, wird mit ihnen weinen“ eine kurze Hommage an Peter Tschaikovsky leitet den Übergang ein zu
minus:
die Tuba, „der Mensch“, kommt in Bedrängnis, Sachzwänge, Politik, Krieg, Zerstörung, Tod
null:
Zeit und Raum sind aufgelöst - die bipolaren Bewertungen plus und minus vorüber
eins:
Auferstehung, der Mensch (die Tuba) kreiert nach der Verbindung mit dem „inneren Gott“ nun selber eigene Universen

Klavier/Celesta als Kommentar der jeweiligen Situation

live-Elektronik:
sechs Lautsprecher, jeweils individuell angesteuert über sechs Kanäle, stehen um das Publikum und Orchester, schaffen einen eigenen Raum und geben die während der Aufführung aufgenommenen Signale von Tuba, Klavier und Orchester in extra dafür geschriebenen Programmen be- und verarbeitet wieder.

viele der Themen stammen aus Dokumentarfilmen, (Auschwitz, Leningrad, die hungernde Stadt, Krieg im schwarzen Meer, Selma Meerbaum-Eisinger CD-Produktion) welche ich mit meinem langjährigen Duopartner Matthias Schneider-Hollek über die letzten beiden Jahrzehnte vertont habe.

Die „Initialzündung“ für dieses Projekt bekam ich während einer längeren Floßfahrt im Ural auf dem Fluss Tschussowaja. Die Tschussowaja fließt durch Asien und Europa. Magisches Land.

Solisten:
Fedor Shagov, Tuba: Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, lebt in Moskau
Prof. Peter von Wienhardt, Klavier/Celesta, Professur an der Musikhochschule von Münster
Matthias Schneider-Hollek, live-Elektronik, als Dozent und Musiker weltweit im Einsatz, lebt in Stuttgart,

Tags: sinfonie
Kategorien: Kunst und Kultur
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